Suizid

Suizid und Suizidversuche in der Schweiz

Suizid und Suizidversuche sind ein in der Schweiz häufig unterschätztes Problem der öffentlichen Gesundheit, vor allem im Vergleich zu anderen Gesundheitsproblemen. Die Schweiz gehört innerhalb von Europa zu den Ländern mit einer überdurchschnittlich hohen Suizidrate.

Suizid ist nach Krebs-, Kreislauferkrankungen und Unfällen der vierthäufigste Grund für frühzeitige Sterblichkeit (gemessen an verlorenen potentiellen Lebensjahren).

Suizidfälle haben auch beträchtliche indirekte Folgen: Durchschnittlich sind vier bis sechs Angehörige und Nahestehende davon betroffen. Wenn Suizide im öffentlichen Raum stattfinden, zum Beispiel bei einem Sprung in die Tiefe oder vor den Zug, kann es zudem zur Traumatisierung von Drittpersonen kommen.

(Quelle: Website BAG)

Schweizer Daten und Fakten

Die Suizidrate ist bei Männern rund dreimal so hoch wie bei Frauen und nimmt mit steigendem Alter bei beiden zu. Es gibt deutliche Unterschiede zwischen den Kantonen. Die niedrigsten Suizidraten haben die Kantone Tessin, Uri und Basel-Land, während Neuenburg, Nidwalden und Appenzell-Ausserrhoden die höchsten Raten aufweisen.

Die häufigsten Suizidmethoden sind Erhängen, Sturz in die Tiefe und Erschiessen. Die Suizidmethoden unterscheiden sich stark zwischen den Geschlechtern. Männer wählen am häufigsten den Suizid durch Erhängen oder mittels Schusswaffe. Frauen wenden die Methoden Sturz in die Tiefe, Erhängen und das Vergiften mit Medikamenten an.

Überlebte Suizidversuche werden im Gegensatz zu vollendeten Suizidfällen nicht national erfasst. Die Anzahl der Suizidversuche in der Schweiz kann deshalb nur mittels Kontrollregionen - in welchen eine Erfassung durchgeführt wird - hochgerechnet werden. Aus einer entsprechenden Studie geht hervor, dass Suizidversuche rund 7 Mal häufiger sind als vollendete Suizide, wobei die Dunkelziffer schwer zu quantifizieren ist. Schätzungen gehen von jährlich insgesamt 15‘000 bis 25‘000 Versuchen aus. Das heisst, dass knapp 10% der Schweizer Bevölkerung einmal im Leben einen Suizidversuch unternimmt. Während vollendete Suizide bei Männern häufiger sind, begehen Frauen öfter Suizidversuche. Ausserdem sind insbesondere junge Menschen von Suizidversuchen betroffen.

(Quelle Website BAG)

In der Schweiz begingen im Jahr 2012 1‘037 Menschen Suizid (752 Männer und 285 Frauen). Dies entspricht knapp drei suizid-bedingten Todesfällen pro Tag oder einer Suizidrate von 13 pro 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner.

Ein Vergleich der Todesursachen zeigt, dass die suizid-bedingten Todesfälle häufiger sind als alle durch Verkehrsunfälle und Drogen bedingten Todesfälle zusammen. Nach dem Rückgang der tödlichen Unfälle im Strassenverkehr ist Suizid bei den 15- bis 44-jährigen Männern heutzutage die häufigste Todesursache.

(Quelle BAG, 2015: Epidemiologie von Suiziden, Suizidversuchen und assistierten Suiziden in der Schweiz)

 

 

Internationale Einbettung des Themas

Die WHO hat am 5. September 2014 den ersten World Suicide Report veröffentlicht unter dem Titel „Preventing suicide - A global imperative".

Der Bericht gibt einen Überblick über die Themen Suizid und Suizidversuche, die aktuelle Situation der Suizidprävention in den einzelnen Ländern und beschreibt Risiko- und Schutzfaktoren für Suizid. Zudem greift er weit verbreitete Gerüchte, wie „wer über Suizid spricht, begeht keinen Suizid" auf und widerlegt diese. Des Weiteren dient er Regierungen, politischen Entscheidungsträgern und anderen Stakeholdern als Anleitung für die Erarbeitung einer nationalen Suizidpräventionsstrategie. Denn er beschreibt, was sowohl auf sozialer als auch individueller Ebene gemacht werden kann, um die Zahl der Suizide zu reduzieren.

(Quelle Website BAG)

 

 

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