Warum ein Bündnis gegen Depression?

Im Zentrum steht die Idee des 4-Ebenen-Aktionsprogramms des Bündnisses gegen Depression. Das Hauptziel des Aktionsprogramms ist die bessere Früherkennung von Depressionen und die Optimierung der Versorgungsstrukturen für depressiv Erkrankte. Die Erfahrungen aus den bisherigen Bündnissen gegen Depression in Deutschland und in der Schweiz haben gezeigt, dass die gleichzeitige Intervention auf mehreren Ebenen den grössten Erfolg aufweist. Die vier Ebenen sind auf der Grafik unten dargestellt und umfassen folgende Aktivitäten:

  • Information: Aufklärung der Öffentlichkeit

Ziel dieser Interventionsebene ist es, über die Krankheit sachlich und allgemein verständlich zu informieren und das Wissen über mögliche Behandlungen zu verankern. Die Solothurner Bevölkerung weiss, was Depression ist und wo sie Hilfe bekommen kann. Folgende Kernbotschaften sollen vermittelt werden:

- Depression hat viele Gesichter
- Depression kann jede/n treffen
- Depression ist behandelbar

  • Zusammenarbeit mit Multiplikatoren und Zielgruppen

Ziel dieser Interventionsebene ist es, Schlüsselpersonen des öffentlichen Lebens über das Thema Depressionen zu informieren und nach Bedarf zu schulen, damit sie in ihrem Umfeld auf die Depression aufmerksam machen können. Es sind dies zum Beispiel Pflegende, Lehrpersonen, Pfarrer-/innen, Angestellte des Polizeiwesens, Apotheker-/innen, Medienschaffende etc.

  • Angebote für Betroffene und Angehörige

Ziel dieser Interventionsebene ist es, den Aufbau von Selbsthilfegruppen zu unterstützen und zu begleiten. Besondere Angebote richten sich an Personen mit Suizid-Gefährdung und deren Angehörige.

  • Kooperation mit Hausärzten und Fortbildung

Ziel dieser Interventionsebene ist es, die Krankheit rechtzeitig zu erfassen und angemessen zu behandeln. Freipraktizierende Hausärzte und Psychiater erhalten Informationen zum neuesten Stand der Diagnostik und Behandlung von Depressionen und Suizid sowie Materialien, die sie den Patienten und Patientinnen weitergeben können.

 

Diese oben beschriebenen vier Handlungsfelder  sollen auch im Solothurner Bündnis gegen Depression realisiert werden.

Ziel des Bündnisses gegen Depression

  • Entstigmatisierung der Krankheit (Brücken zu den Betroffenen schlagen)
  • Aufklärung und Sensibilisierung der breiten Öffentlichkeit und verschiedener Fachkreise zu Ursachen, Symptomen, Unterstützungs- und Behandlungsmöglichkeiten
  • Vermittlung der Kernbotschaften an die breite Bevölkerung:
    - Depression kann jede/n treffen
    - Depression hat viele Gesichter
    - Depression ist behandelbar
  • Förderung der Früherkennung und adäquaten professionellen Behandlungsmöglichkeiten
  • Gezielte, intensive Aufklärungsarbeit bei Zielgruppen mit erhöhtem Depressions-Risiko.
  • Förderung von Angeboten für Betroffene und Angehörige
  • Senkung der Suizidrate
  • Förderung der Vernetzung und des Erfahrungsaustausches zwischen den verschiedenen Disziplinen und Institutionen
    - Vernetzung/Koordination der Hilfsangebote
    - Weiterbildung

Die Ziele sollen durch eine breite Aufklärungskampagne erreicht werden. Die Interventionen werden auf unterschiedlichen Ebenen des Versorgungssystems im Kanton Solothurn gleichzeitig ansetzen, um Synergieeffekte zu erzielen, welche die Wirkung von Einzelmassnahmen übertreffen.